Radfahren


Einführung

Mindestens in jedem zweiten deutschen Haushalt ist ein Fahrrad zu finden. Einige (viele) davon stehen sicher mit plattem Reifen im Keller. smiley  Trotzdem zählt das Radfahren neben dem Schwimmen zu den beliebtesten Freizeitaktivitäten der Deutschen. In unseren europäischen Nachbarländern ist es sogar ein richtiger Volkssport. In Frankreich gehört sonntags die Straße den Radfahrern. Das Fahrrad eignet sich besonders gut für Übergewichtige. Das Körpergewicht wird vom Rad getragen, so dass Wirbelsäule und Gelenke im Vergleich zum Laufen geschont werden. Auch ist die Belastung gut dosierbar. Bergauf wird in die Pedale getreten und bergab kann sich ausgeruht werden. Es gibt keine langen Anfahrtswege zu Sportstätten. Wir können direkt von zu Hause los fahren und sind an frischer Luft in der freien Natur.


Geschichtlicher Rückblick

Das Rad ist eine der größten Erfindungen der Menschheit. Fast alle frühen Hochkulturen haben mit Hilfe von Rädern schwere Lasten bewegt. Asterix und Obelix auf dem WagenAuch Asterix und Obelix haben sich schon mit 2 Rädern fortbewegt, nur noch nicht mit eigener Muskelkraft. smiley  Erst im Jahre 1818 kam Freiherr von Drais auf die Idee 2 Räder hintereinander zu montieren. Diese Draisine, ein lenkbares Laufrad, nach ihm benannt, kann man als erstes Fahrrad der Welt bezeichnen. Dann folgten die Hochräder, bei denen die Pedale starr am Vorderrad befestigt waren. Um schneller vorwärts zu kommen, mussten die Vorderräder daher immer größer werden. Es folgte 1868 das erste am Hinterrad angetriebene Rad und 10 Jahre später wurde der Kettenantrieb erfunden. Bis heute hat sich nichts grundlegendes daran geändert.


Die Ausrüstung

Es gibt Rennräder, Mountainbikes, Citybikes, Hollandräder, BMX-Räder und alle Kombinationen davon. Sie unterscheiden sich in Ausstattung und Eignung für das Terrain. Alle haben aber 2 Pedale zum Treten. smiley  Wegen meiner rennsportlichen Vergangenheit ist dieser Beitrag etwas aufs Rennrad zugeschnitten. Für die ersten Ausfahrten nehmen Sie sich aber irgendeinen Drahtesel aus dem Haushalt oder vom Nachbarn. Wenn es Spaß macht, und Sie regelmäßig Radfahren möchten, dann sollten Sie einen Neukauf in Erwägung ziehen. Die nächste Überlegung ist, ob Sie lieber auf der Straße oder im Gelände fahren wollen. Möchten Sie überwiegend Wald- und Feldwege nutzen, dann brauchen Sie ein Mountainbike mit dicken Reifen. Haben Sie verkehrsarme Straßen vor der Haustür empfehle ich ein Rennrad. Für das Mountainbike benötigen Sie einen Waschplatz im Garten. Ein Rennrad lässt sich auch in einer Stadtwohnung halten. Sparen Sie nicht am Material! Suchen Sie sich ein Rad in mittlerer Preisklasse (um die 1000 Euro). Sie haben nichts davon, wenn nach einem Jahr die Hälfte verrostet ist. Bei einem Discounter können Sie sicher 100 Euro sparen, nur haben Sie dann keinen Service. Ein Händler um die Ecke ist zwar teurer, nur dürfen Sie dann auch wegen jeder Kleinigkeit vorbeikommen. Der Händler muss Ihnen das Fahrrad auf ihre Körpermaße "zuschneidern". Bei idealer Sitzposition ist ihr Oberkörper ca 45 Grad nach vorne geneigt, der Lenker ca 3-4 cm niedriger als der Sattel, die Sattelvorderkante knapp vor der Pedalachse und die Beine gerade durchgestreckt, wenn die Ferse das Pedal in unterster Stellung berührt. Fehleinstellungen äußern sich früher oder später in Gelenkschmerzen. Für Bekleidung und Equipment kann man, muß frau aber nicht, im Radsport einige Euro loswerden. Lassen Sie sich zunächst normale Pedale montieren, dann brauchen Sie keine teuren Radschuhe mit Klicksystem. Radhose mit Stoffeinsatz und ein Trikot mit Rückentaschen gibts regelmäßig bei Aldi oder Tschibo. Ein Helm für Ihre Sicherheit darf nicht fehlen. Einmal jährlich sind auch diese bei Aldi oder Tschibo im Angebot. Wenn Ihre radfahrerische Leistung auf über 3000 km jährlich ansteigt, können Sie nach und nach Handschuhe, Radbrille und warme Winterkleidung (für die Gesundheit) dazu kaufen.


Radausfahrten

Die ersten Ausfahrten sollten nicht länger als 30 min bis max. eine Stunde dauern. Nach und nach können Sie Ihre Touren auf bis zu 2 Stunden steigern. KikerikiDazu müßten Sie natürlich etwas früher aufstehen smiley . Bleiben Sie länger als eine Stunde auf dem Rad, müssen Sie unterwegs etwas trinken. Sie sollten immer Müsliriegel, Telefongeld, Ersatzschlauch, Luftpumpe und eine Regenjacke dabei haben. AufstehenÜben Sie vorher zu Hause den Schlauchwechsel. Idealerweise fahren Sie zusammen mit erfahrenen Radfahrer/-innen, die bei Bedarf schnell helfen können. Wählen Sie immer kleine Gänge bei hoher Trittfrequenz. Das spart Kraft und vermeidet Überlastungen. Suchen Sie sich Ihre optimale Sitzposition. Hierbei nicht sklavisch an die Abstände und Maße aus der Literatur halten, sondern auch auf eigene Wahrnehmung und Gefühl achten. Der Mensch mit unterschiedlich langen Beinen und Armen lässt sich nicht in eine Formel pressen. Meiden Sie am Anfang größere Anstiege. Suchen Sie sich verkehrsarme Straßen oder asphaltierte Radwege aus. Vergessen Sie nicht eine Radwanderkarte.


Regeneration

Nach dem Sport sollten Sie immer 10 min Zeit haben, um ihre Muskeln zu dehnen. Beim Radfahren werden die Vorderseiten der Oberschenkel stärker beansprucht, wie die Rückseiten. Das führt zu Muskelverkürzungen und kann Knieschmerzen zur Folge haben. Rücken und Nackenmuskulatur versteifen durch die starre Lenkerhaltung. Stretching gehört zur aktiven Regeneration wie das Zähneputzen zur Zahnerhaltung. Danach kontrollieren Sie bitte Ihr Rad, bevor Sie es in die Ecke stellen. Kleine Reparaturen sollten Sie sofort erledigen. Jetzt können Sie sich Ihrem Körper und Geist widmen. Dazu gehört ein Erholungsbad und frisches Obst, sowie ein bis zwei Tage Pause bis zur nächsten Tour. Eventuellen Sitzbeschwerden können Sie durch konsequentes Einreiben der Sitzpartien mit Vaseline oder einer speziellen Creme vorbeugen.


Radfahren als Naturerlebnis

Obelix auf dem HeuwagenAuf dem Fahrrad haben wir eine moderate Geschwindigkeit, um viel von der Natur beobachten zu können. Zu Fuß kommen wir nicht so weit und im Auto sind wir zu schnell. Auf dem Rad spüren wir den Wind, riechen den blühenden Raps im Frühjahr und das Heu im Herbst (aber schnarchend entdeckt man keine Natur smiley ). Wir erleben den Wechsel der Jahreszeiten. Auch im Winter kann Radfahren bei trockenen Straßen Spaß machen. Dann allerdings nicht länger als 2 Stunden (wegen der Kälte). Hände und Füße müssen besonders warm eingepackt werden. Die Fettverbrennung läuft wegen dem langsamen Fahren und der Kälte auf Hochtouren!



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