Schwimmen


Einführung

Das ganze Jahr hindurch haben wir die Möglichkeit zum Schwimmen. Im Winter suchen wir uns ein "herkömmliches" Hallenbad mit 25 m Bahnen (50 m Bahnen sind noch besser, aber eher selten). Die modernen Spaß- und Vergnügungsbäder mit Wasserrutschen, Unterwasserdüsen und runden Beckenrändern sind zum Schwimmen eher nicht geeignet. Im Sommer sind die 50 m Meter Freibäder geöffnet, aber auch ein nahe gelegener Badesee eignet sich hervorragend zu einer Schwimmeinheit (natürlich mit Sonne anbeten und Picknick). Die Schwimmbäder sollten wir immer, wenn möglich, in Nebenzeiten aufsuchen. Morgens um 7:00 Uhr oder Spätnachmittag können wir in Ruhe unsere Bahnen ziehen. Schwimmen als Freizeitsport kann bis ins hohe Alter betrieben werden. Es stärkt Herz und Kreislauf und schont die Gelenke. Um es richtig zu erlernen, muss man sich allerdings mit der Physik des Schwimmens auseinandersetzen.


Die Ausrüstung

Hier wird der Geldbeutel geschont! Ein Badeanzug oder eine Badehose sind unter 50 Euro zu haben. Eine Schwimmbrille ist m.E. unumgänglich. Zum einen werden die Augen vor dem Chlor geschützt, und zum anderen wird freie Sicht unter Wasser ermöglicht. Die Brille muss dicht sein. Im Geschäft müssen sich die Schalen beim leichten Andrücken an die Augenhöhlen "festsaugen", die Brille muss auch ohne Kopfband "kleben" bleiben. Dem Einen passt eine billige Brille und der Anderen eine teure (Pech gehabt  smiley). Sonstige "Marketing-Eigenschaften" einer Schwimmbrille spielen keine Rolle. Das beste Antibeschlagmittel ist der eigene Speichel: kurz vorher innen damit bestreichen und mit Wasser ausspülen. Für die Brillenträger gibt es Modelle mit Korrekturgläsern (z.B. von Tusa).


Die Technik

1  Brustschwimmen haben wohl die meisten von uns als Kinder gelernt. Wichtig ist eine kraftvolle Armbewegung. Die Arme gestreckt durchziehen und dabei versuchen möglichst viel Wasser "nach hinten zu schieben". Beim Vorstrecken der Arme mit dem Kopf eintauchen und unter Wasser möglichst lange gleiten, dabei Ausatmen. Den Körper nicht wie ein Brett ganz starr halten, sondern eine kleine Welle im Rhythmus der Schwimmbewegung machen.
2  Kraulschwimmen ist schon wesentlich schwieriger. Je besser die Technik, umso schneller kommt man/frau mit geringem Kraftaufwand voran. Ohne Technik wird oft nur das Wasser geprügelt  smiley. Der Körper soll hier wie ein Baumstamm im Wasser liegen, also keine Schlängelbewegungen (zur Übung einfach mal mit einem Baumstamm schwimmen, wie Asterix und Obelix). Asterix und Obelix mit Baumstamm Leichte Rollbewegungen erleichtern die Armarbeit und das Atmen zur Seite. Der Kopf bleibt im Wasser und erzeugt eine Bugwelle. Ausgeatmet wird unter Wasser und eingeatmet im Wellental. Die Arme verhalten sich wie die Radschaufeln an einem Mississippi-Dampfer. Mit der Zeit entwickeln wir ein Gefühl für das Wasser. Jede unnötige Wasserbewegung bedeutet nur Kraft-, bzw. Geschwindigkeitsverlust. Der Arm taucht also "spritzerfrei" vor dem Kopf ins Wasser ein. Mit der Hand greifen wir das Wasser und drücken soviel wie möglich davon in einer "S"-förmigen Bewegung unter dem Körper nach hinten.Obelix's Beinschlag Die Hand verlässt das Wasser erst wieder auf Höhe der Hüfte. Die Beinarbeit können wir als Freizeitschwimmer vernachlässigen. Die Füße sollen nur die Wasserlage stabilisieren. Lediglich Profis wie Obelix setzen auch den Beinschlag stark ein. Sie sollten sich von Anfang an den Dreierzug als Atemrhythmus angewöhnen, also 3 Armzüge und dabei abwechselnd rechts und links Luft holen. Das ist nicht so hektisch wie der 2er-Zug und braucht noch nicht so viel Luft wie 4er und 5er-Zug. Außerdem wird beim 3er-Zug noch am ehesten geradeaus geschwommen. Da der Blick beim Kraulen durch die Kopflage nach unten gerichtet ist, gibt es Orientierungsschwierigkeiten. Im Schwimmbad gibt es ja noch die schwarze Linie. Im Badesee müssen wir alle 5 Züge einmal den Kopf aus dem Wasser heben. Zum Üben gibt es noch Schwimmhilfen wie Pullboy, Schwimmbrett, Paddles und Flossen. Der Pullboy, ein rundes Kunststoffteil, wird zwischen die Oberschenkel geklemmt und erzeugt eine bessere Wasserlage. Je flacher der Körper im Wasser liegt, umso weniger Widerstand erzeugt er. Das Schwimmbrett dient zur Beinarbeit. Paddles, flache Kunststoffteller für die Hände, sorgen für Muskelkater in den Armen  smiley. Flossen sind für den Anfänger zu empfehlen. Durch das schnellere Schwimmen sind alle Bewegungen leichter zu erlernen.
3  Mit Rückenschwimmen sollte es kaum Probleme geben. Obelix beim Rückenschwimmen Die Beinarbeit, ein Auf und Ab aus der Hüfte heraus, ist hier wichtiger wie beim Kraulen. Der Körper muss auch wieder möglichst ruhig im Wasser liegen. Den Kopf nur so weit heben, damit kein Wasser in die Nase läuft. Die Arme führen wieder eine Zug- und Druckphase aus. Zuerst wird "am Wasser gezogen" bis auf Höhe des Po's, dann wird das Wasser so weit wie möglich nach hinten gedrückt.
4  Delphinschwimmen sei hier nur der Vollständigkeit halber erwähnt. Diese Disziplin erfordert sehr viel Kraft und Technik. Als Freizeitschwimmer verzichten wir darauf.


Das Training

Wichtiger ist die Gestaltung einer Schwimmstunde. Römer im See Es gibt viele Möglichkeiten für ein abwechslungsreiches Schwimmprogramm. Es macht doch keinen Spaß, einfach nur 1000 oder 2000 m Bahn für Bahn "abzuschwimmen". Aber aufpassen, wenn kleine Kinder vom Rand ins Becken springen.  smiley  Also: - Einschwimmen (10 min.): abwechslend Brust, Kraul und Rücken - Hauptprogramm: Pyramide (50,100,150,200,150,100,50 m mit jeweils 30 sek. Pause dazwischen), halbe Pyramide (400,300,200,100), Intervalle (5 * 100 m schnell mit 45 sek. P.), Techniktraining (400 m mit Pullboy, dabei nur auf den richtigen Armzug achten), Armzugwechsel (2 Bahn 2er, 2 Bahn 3er, 2 Bahn 4er, 2 B. 5er, 2 B. 5er, 2 B. 4er, 2 B. 3er, 2 B. 2er), etc.etc. - Ausschwimmen (10 min): mehrere Bahnen völlig locker "treiben lassen" Das alles sind nur Beispiele. Die Längen können variert und alles kann beliebig untereinander kombiniert werden.


Die Schwierigkeiten

Da wären zunächst unsere lieben Mitmenschen. Zuviel davon in einem kleinen Hallenbad stören leider das ungehinderte "Bahnenziehen". Wir müssen uns aber arrangieren. Wenn alle auch nach vorne gucken und ggf. ausweichen, sollte es funktionieren. Niemand von uns hat eine Bahn für sich gepachtet. Römer im See Manchmal ereilt uns plötzlich ein Krampf in der Wade (kommt vom kalten Wasser und Überanstrengung). Dann bitte nicht in Panik verfallen (besonders nicht im See!). Wildes Rudern mit den Armen kostet nur unnötige Kraft und hilft nicht. Am besten auf den Rücken legen, mit den Armen über Wasser halten und das Bein kräftig durchstrecken, vielleicht noch an den Zehen ziehen. Danach mit wenig Beinbewegung ans Ufer schwimmen und eine Pause machen.


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