Bewegung

Okay, Sie haben immer noch Übergewicht. Mit Meditieren hat sich daran leider noch nichts geändert. ;-) Aber Sie haben jetzt vielleicht die Ruhe und die Kraft bekommen, etwas gegen die überflüssigen Pfunde zu tun. Mit neuem seelischen Gleichgewicht und verbesserten Selbstwertgefühl gehen wir weiter, Schritt für Schritt.

Wollen wir einen Pfunddieb in Aktion treten lassen? Den Pfunddieb mit Namen "Bewegung"? Er wird von nun an unser ständiger Begleiter sein. Er hört auch auf die Namen Spazierengehen, Treppen laufen, Tanzen, Laufen, Schwimmen, Radfahren, und er wohnt oft auch in einem Fitneßzentrum.

Oweh, *stöhn*, das artet ja in Sport aus. Ja, letztendlich sind es alles sportliche Aktivitäten, genauer gesagt, es handelt sich um Ausdauersport! Aber, gemach ... gemach, wir fangen ganz klein an, und Sie werden sehen, irgendwann gehört etwas Bewegung zum täglichen Leben, wie Essen, Schlafen oder Zähne putzen.

Muss das denn sein???
Ja, aus verschiedenen Gründen!!!

Wir werden mit Bewegung aktiv Kalorien verbrennen, insbesondere unsere Fettdepots angreifen. Nach einem notwendigen Aufbau der Muskulatur werden wir in der Lage sein, wann und wie oft es uns beliebt, Gewicht zu reduzieren. Selbst Feste mit viel gutem Essen und vergnüglichem Alkohol werden uns nicht mehr schrecken. An den Tagen danach werden die überflüssigen Kalorien einfach wieder "in der freien Natur verteilt", in Form eines ausgiebigen Spaziergangs oder einer kleinen Radtour.

Wir werden mit Bewegung aktiv unsere Gesundheit unterstützen und diversen möglichen Krankheiten vorbeugen, z.B. Herzschwäche, erhöhtem Blutdruck und erhöhten Blutfetten, Arterienverkalkung und Diabetes, Gicht und Gallensteinen, Beinvenenthrombose und Krebskrankheiten, Schlaganfall, sowie Gelenkschäden aller Art und Osteoporose. Lassen wir es nicht so weit kommen! Bewegung an der frischen Luft wirkt auch vorbeugend gegen Infektionen. Besonders im Winter härten wir unseren Körper gegen Wind und Wetter ab.

Wir werden mit Bewegung den unangenehmen Begleiterscheinungen von Übergewicht begegnen. Atemnot und Kurzatmigkeit, verstärkte Schweißneigung, Kreuz- und Knieschmerzen werden der Vergangenheit angehören.

Wir werden mit Bewegung länger jung bleiben. Es ist erwiesen, dass regelmäßige Bewegung die inneren Organe gesund hält, den Bewegungsapparat stärkt und dadurch den natürlichen Alterungsprozeß verlangsamt. Selbst unsere geistigen Fähigkeiten bleiben uns im Alter länger erhalten. Das Hirn wird regelmäßig mit Sauerstoff versorgt und bleibt damit im Vergleich mit den "Sofasportlern" leistungsfähiger.

Wir werden mögliche seelische Probleme, wie Minderwertigkeitskomplexe und mangelndes Selbstwertgefühl beheben. Laßt uns gemeinsam den Diskriminierungsversuchen mancher Ärzte den Kampf ansagen. Oft genug werden Übergewichtige in den Praxen als "Sie sind doch selbst schuld" abgestempelt. Dabei wird meistens nicht genau genug nach möglichen Krankheitsbildern gesucht. Glauben Sie mir, ich spreche aus eigener Erfahrung!

Okay, dann fangen wir mal an. Ich möchte an dieser Stelle einen der wenigen Leitsätze meines Lebens zitieren:

Der Weg ist das Ziel

Damit meine ich, dass alles was wir tun immer Spaß machen soll. Wir dürfen uns nicht krampfhaft zu etwas zwingen. Wir müssen uns immer kleine (erreichbare) Teilziele setzen. Und wir dürfen uns jedes mal freuen, wenn wir es erreicht haben. Am Anfang definieren wir das Endziel, z.B. "Ich will wieder 55 kg wiegen, wie in meiner Jugend". Das vergessen wir dann gleich wieder, und nehmen uns stattdessen vor: "In sechs Wochen will ich 3 kg weniger wiegen", und zwar dauerhaft, nicht nur 3 Liter Wasser weniger im Körper haben. Und so geht es weiter, Schritt für Schritt, der Weg ist das Ziel!

So beginnen wir jetzt mit der täglichen Bewegung.

Spazierengehen  ist etwas, was den meisten von uns möglich ist. Gott hat uns zwei Beine gegeben, und die können wir bewegen, immer einen Schritt vor den nächsten. Wenn möglich, sollten wir uns schöne Wege durch Wiese, Feld und Wald suchen. Genießen wir dabei die Natur. Wir können vielleicht Hasen oder Rehe oder Eichhörnchen beobachten. Wir lauschen dem Gesang der Vögel. Und dabei vergessen wir ganz die Anstrengung des Gehens. Wenn wir 3 mal pro Woche eine halbe bis eine Stunde bei einem Puls von ca 100 schaffen, klauen wir schon die ersten Pfunde aus unseren Fettdepots.

Wer Spaß daran findet, wird die Spaziergänge ausweiten und kommt automatisch zum  Wandern . Wanderer Mit Wanderschuhen, wetterfester Kleidung, etwas heißem Tee in einer Isolierflasche und 2 Scheiben Früchte,- oder Nußbrot läßt sich die Natur stundenlang genießen. Wir beginnen mit Touren um die 5 km und schaffen Jahre später 10, 20 oder auch 30 km am Tag. Besorgen Sie sich Wanderkarten von Ihrer näheren Umgebung. Dort finden Sie markierte Wanderwege. Frühjahr und Herbst sind die besten und schönsten Jahreszeiten für Wanderungen. Im Sommer kann es zu warm werden und im Winter ist das Wetter zu unbeständig. Im Frühjahr erleben Sie, wie die Natur erwacht und es überall grünt und blüht. Mit einem Pflanzenführer erweitern Sie nebenbei Ihr botanisches Wissen. Im Herbst können Sie die bunte Farbenpracht der Wälder genießen und vielleicht nebenbei noch schmackhafte Pilze finden.

Treppenlaufen  ist auch Bewegung. Verzichten wir im Alltag einfach auf den Komfort der Rolltreppen und Aufzüge, und benutzen wir stattdessen die Stufen direkt daneben. Glauben Sie mir, es ist eine Sache der Gewöhnung, wie das Zähneputzen.

Tanzmaus Tanzen  macht Spaß und kann sogar sehr viel Bewegung bedeuten. Überreden Sie doch Ihren Partner mit Ihnen zuammen einen Tanzkurs zu besuchen. Sie werden sehen, das "Tanzvolk" ist sehr lustig (liegt in der Natur der Sache) und wird Ihnen die Anerkennung nicht verwehren.

 Schwimmen  Bademaus ist auf jeden Fall äußerst gelenkschonend. Scheuen Sie sich auch hier nicht die überflüssigen Pfunde "zur Schau zu tragen". Wiederum aus eigener Erfahrung sage ich Ihnen, daß Sie von den meisten der Schwimmer/innen Respekt erwarten dürfen, einmal für Ihren Mut im Badeanzug aufzutreten, und zum anderen für Ihre Absicht Sport treiben zu wollen.

Laufratte  Laufen  oder  Joggen  zählt schon zu den anspruchsvolleren Ausdauersportarten. Besonders für Übergewichtige gehört ein großes Maß an Überwindung dazu. Vielleicht probieren wir es mal während einem unserer Spaziergänge. Wenn wir "einen guten Tag haben", dann können wir mal spielerisch sagen: "Jetzt laufe ich bis zu dem großen Busch da vorne". Und 5 Minuten später, wenn wir wieder ausgeruht sind, laufen wir zum nächsten Baum 100 m weiter vorne. In Sportlerkreisen heißt das Fahrtspieltraining und soll uns auf spielerische Art und Weise helfen, unsere Kondition zu verbessern sowie der Eintönigkeit entgegenzuwirken.

Zum  Radfahren  Radmaus brauchen wir schon etwas Equipment, nämlich ein Fahrrad. Aber nach der Statistik sind unsere Haushalte mit ausreichend Fahrrädern versorgt. Der große Vorteil bei dieser Sportart liegt darin, daß unser Gewicht vom Drahtesel getragen wird. Somit ist Radfahren oder Mountainbiking uneingeschränkt für Übergewichtige zu empfehlen. Der Kalorienverbrauch ist vergleichbar hoch wie beim Laufen. Für den Winter gibt es Heimtrainer. Und wer doch noch kein Fahrrad hat, kann ja probeweise im nächsten Fitneßzentrum auf einen Heimtrainer steigen.

Achten Sie bei der Suche nach einem geeigneten   Fitneßzentrum   darauf, dass dort auch ein Sportarzt arbeitet. Er sollte Ihnen ein individuelles Programm erstellen. An den Geräten kann mit den Gewichten sehr viel falsch gemacht werden.

Für die kalte Jahreszeit muß noch  Skilanglauf   erwähnt werden. Wer von uns in der Nähe eines unserer vielen Mittelgebirge, bzw. sogar den Alpen wohnt, bietet sich die Möglichkeit dazu. Skilanglauf Auf dem Brocken im Harz, dem Kahlen Asten im Rothaargebirge, in der Rhön, im Thüringer Wald, Erzgebirge, Fichtelgebirge, dem bayrischen Wald, Taunus und Schwarzwald, etc. ... überall gibt es im Winter gespurte Loipen, die zum Skiwandern in einer weißen Märchenwelt einladen. Das Skiwandern, -laufen vereint im Grunde die Bewegungen Wandern, Radfahren und Schwimmen, da hier Beine und Arme gleichermaßen belastet werden. Die Wirkung ist enorm. Die Gelenke werden geschont und die Muskelarbeit verteilt sich auf den ganzen Körper. Danach denkt man/frau immer: Warum bin ich so müde? Eigentlich bin ich doch nur ein wenig auf dem Schnee herumgerutscht.
Die Kosten für die Ausrüstung halten sich in Grenzen. Ein paar gute Langlaufbretter, Stöcke und Schuhe sind bereits für 200,-- Euro zu haben. Die örtlichen Sportgeschäfte bieten auch immer einen Leihservice an.

Ein paar allgemeine Dinge sind bei der Ausübung von Bewegung oder Sport zu beachten. Übertreiben Sie nicht! Vor allem zu Beginn der regelmäßigen Bewegung soll die Dauer und Intensität bewusst niedrig gehalten werden (2-3 mal wöchentlich für 30 - 60 Minuten mit Puls 100 bis 120). Es muß immer Spaß machen. Sie sollten sich immer bequem unterhalten können und nie außer Atem kommen, dann funktioniert die Fettverbrennung optimal. Suchen Sie sich Gleichgesinnte; in einer Gruppe macht es doppelten Spaß. Belohnen Sie sich selbst ruhig mal mit einem Stück Torte oder dem Lieblingskuchen, wenn es heute besonders anstrengend war, oder es viel Überwindung kostete oder Sie bei schlechtem Wetter unterwegs waren. (So, hier kann ich wieder einen dummen Spruch los werden: Es gibt kein schlechtes Wetter, sondern nur die falsche Kleidung.  smiley )

Die Regelmäßigkeit der Bewegung ist wichtig!

Es bringt nichts 2 Wochen lang die Füße hochzulegen, und dann alles in 2 Tagen aufholen zu wollen. Wer das tut, will sich eigentlich gar nicht bewegen. Es ist auch verkehrt, die Bewegungseinheit möglichst schnell hinter sich bringen zu wollen. Höchstleistungen provozieren nur Verletzungen. Die ideale Belastung liegt bei 70 % unserer maximalen Leistungsfähigkeit.
Wir verwenden hier bewusst den Begriff 'Bewegung', da 'Sport' oder 'Sport treiben' für viele ein Synonym für Quälerei und Erschöpfung bedeutet. Bitte stören Sie sich trotzdem nicht daran, wenn doch ab und zu von Ausdauersport die Rede ist. Gemeint ist damit immer eine moderate körperliche Bewegung.
Bei extremer Hitze oder Kälte, direkt nach dem Essen oder bei Krankheit müssen Sie mit der Bewegung vorsichtig sein. Ein Läufchen bei einem leichten Schnupfen und dabei warm angezogen, kann sich hingegen positiv auswirken. Im Laufe der Jahre werden Sie ein Gespür für Ihren Körper entwickeln. Die Sportler nennen das "in sich hineinhorchen". Ihr Körper erzählt Ihnen dann, was er braucht. Nach dem Sport  Stretching  nicht vergessen und richtig regenerieren.

Regelmäßige Bewegung, bzw. Ausdauersport ist eines der Geheimnisse für dauerhaftes Abnehmen, das dürfen wir nie vergessen. Es dauert seine Zeit, bis die Erfolge sichtbar werden. Dafür bleiben sie uns aber erhalten. Ein anderes Geheimnis gesunder Gewichtsreduktion ist weniger, bzw. kontrolliert essen.

"Alle Teile des Körpers, die eine Funktion haben, werden gesund, wohlentwickelt und altern langsamer, sofern sie mit Maß gebraucht und in Arbeiten geübt werden, an die man gewohnt ist. Wenn sie aber nicht benutzt werden und träge sind, neigen sie zur Krankheit, wachsen fehlerhaft und altern schnell"

Hippokrates ca. 400 v.Chr.

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